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Schon alleine die Tatsache, dass der Protagonist ein Jungen mit Autismus ist, macht das ganze Buch zu einer wirklichen Besonderheit. Zu Beginn dachte ich noch, oh, okay, ein Krimi, aber vielleicht finde sogar ich den gut, weil außergewöhnlich. Bis zur Mitte des Buches. Als dann diese 180°-Wendung kommt, habe ich bis zum Ende in einem Rutsch durchgelesen und war sogar ein ein oder zwei Tränchen dran. Es ist einfach eine wunderschöne, hinreißende Geschichte über einen Jungen, der versucht, sich in der großen verwirrenden Welt zurechtzufinden. Eines der besten Bücher, die ich seit langem gelesen habe. Die Art, aus Christophers Sicht zu erzählen, die eingestreuten mathematischen Spielchen und diese nüchterne (unfreiwillig komische) Art, mit den Wirrungen zwischenmenschlicher Dinge umzugehen, spiegelt die Sicht eines Autisten bestmöglich literarisch wieder.
Als mein Freund mir dieses Buch empfahl, war ich zuerst ein bisschen sekptisch: schon wieder so ein Vatikan-Verfolgungs-Möder-Buch? Noch eine schlechte Kopie von Illuminati? Denn davon wird der Markt derzeit überschwemmt. Auch wenn ich das Thema Tempelritter sehr spannend finde, hatte ich zunächst Zweifel. Nach ca. der ersten Hälfte war ich begeistert, wie gut Khoury die verschiedenen Handlungsstränge mit historischen Fakten mischt. Danach allerdings gingen mir ebenjene, detaillierten Ausführungen über die Geschichte der Kirche und der Tempelritter zunehmend auf den Zeiger. Was so gut angefangen hatte, entwickelte sich in meinen Augenzu einem hanebüchenen Durcheinander, in dem Versuch, die Spannung aufrechzuerhalten. Durch die, ich nenne es mal, textliche Reizüberflutung, verliert das große Showdown am Ende des Buches, sowie der Fund, seine Bedeutung. [Spoiler] Zudem wurde mir nicht ganz klar, welche Rolle das erste, große Fundstück, das Astrolabium, in diese, Zusammenhang spielte.[/Spoiler]
Scriptum ist ein gutes Buch, gut im Sinne von spannend und lehrreich, es gehört jedoch nicht zu den wirklich großen Würfen in der Thriller-Literatur.
Mit dem "Lächeln der Fortuna" habe ich zuerst in Hörbuchform Bekanntschaft gemacht. Nachdem mich die angenehme Lesestimme von Michael May damit eingelullt hatte, wollte ich das Buch lesen und bin angesichts der vielen Seiten in arg kleiner Schrift ersteinmal zurückgeschreckt. Doch von der ersten Seite an ist man im Sog von Gablés kleinem Universum, mitten im England des 14. Jahrhunderts, in den Unsicherheiten des Krieges. Anhand ihres Helden Robin of Waringham findet man sich gradezu spielerisch in ein großes historisch komplexes Thema ein, ehe man sich versieht steckt man schon mitten drin. Selbst die Phasen des Buches, die sich mit Politik und Kreuzzügen beschäftigen sind so gut umschrieben, dass man als Leser noch etwas dazu lernt. Die Personifizierung von Schlüsselfiguren wie John of Lancaster oder Richard II. machte mir, die sich im Nachinein noch in die geschichtliche Recherche stürzte ;), den Überblick über die zahlreichen könglichen Köpfe sehr viel einfacher. Dass Gablé mit Robins Lebensgeschichte die Lücken füllt, macht dieses Buch zu einer runden Sache; dazu kommt ihre Dramatae Personis, die Auflistung aller handelnden Personen mit Vermerk, ob es sie tatsächlich existierten sowie ihre hilfreichen Zusatzbemnerkungen.