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Eines muß man David Morell lassen, wenn er seinen Protagonisten in Sportwaffengeschäft schickt um sich mit den nötigen Ausrüstungsgegenständen einzudecken, dann geschieht das mit einer Selbstverständlichkeit die einen vergessen lässt, dass man gerade ein Buch liest. Vielmehr kommt es einen so vor, als ob man die ganze Situation aus der Verfolgerperspektive miterlebt.
Dieses Beispiel ist exemplarisch für den gelungenen Schreibstil in Level 9, als auch in Creepers, dem quasi offiziellen Vorgänger.
Das Buch erzählt die Geschichte von Frank Balenger, dessen Freundin Amanda (beide bekannt aus Creepers) von einem psychopathischen Videospiel-Designer entführt und in ein unzugängliches Hochtal in Wyoming verschleppt wird. Ihr und den anderen vier "Spielern" bleiben exakt vierzig Stunden um das mysteriöse "Grabmal der weltlichen Begierden" zu finden und dessen Geheimnis zu enträtseln, sonst...
Mein Fazit: Level 9 ist das zweite Buch, dass ich von Morell gelesen habe. Und mir hat es unglaublich viel Freude bereitet. Nicht nur, dass der Schreibstil - wie bereits angesprochen - den Inhalt hervorragend transportiert. Auch die Story an sich ist stimmig und lässt Computerspieler das eine oder andere Mal schmunzeln.
Was ich bisher noch nicht wusste - David Morell, promovierter Literaturwissenschaftler hat die Figur des John Rambo, DER John Rambo erfunden. Respekt.
"Das beste SF-Debüt seit William Gibsons Neuromancer" prangt auf der Rückseite des Buches. Ein starker Vergleich, der sich leider (?) nicht einmal im Ansatz erfüllt.
Sicher, Cory Doctorow (seines Zeichens Autor verschiedener Werke u.a. dem "The Complete Idiot's Guide to Publishing Science Fiction") macht seine Sache souverän. Und er schafft es auch mehr als einmal dem Leser ein breites Grinsen aufs Gesicht zu zaubern. Kurz darauf endet aber auch schon die Magie um "Down and Out in the Magic Kingdom", so der Titel des Buchs im Original.
Eine nette Idee, gut umgesetzt. Nach polarisierend-weltveränderden Inhalten und philosophischen, beinahe schon religiösen Ansätzen wie beim verglichenen 'Neuromancer' sucht man hier jedoch vergeblich.
Erinnern Sie sich? An diese Spieluhren die es früher gab, die mit den beruhigenden Melodien? Nehmen wir eine davon und setzen sie mit Ketchums "Evil" gleich. Die Erzählweise bettet einen zu Anfang in sanften Halbschlaf und man findet sich wirklich in dieser "all shiny" Idylle eines verschlafenen Vorstädtchens wieder. Bis ja, bis wann eigentlich? Was dieses Buch wahrscheinlich so polarisierend macht ist - dank der Erzählweise - die Tatsache das man hinterher vor einer aufgeschlagenen letzten Seite sitzt und nicht genau weiß wie man das gerade Gelesene bewerten soll. Aufrüttelnd? Vielleicht. Krank? Definitiv. Vielleicht sollte man öfters einmal in die Dunkelheit hinein lauschen. Denn dies ist - bei Gott - keine Gute-Nacht-Geschichte.